Aussendung Juni 2021 – Neuigkeiten aus der internationalen Klasse, das Redaktionsteam stellt sich vor, die neue Vereinsstruktur von SEKEM-Österreich, Was den Beweger bewegt, unsere Kolumne aus Ägypten, Studentenaustausch, Kurznachrichten

Newsletter 55 – Juni 2021
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Gedeihliches Miteinander im Fach GARTENBAU

Die Themen dieses Newsletters:

1 Neuigkeiten aus der Internationalen Klasse

2 Das Redaktionsteam stellt sich vor

3 Die neue Vereinsstruktur von SEKEM-Österreich

4 Was den Beweger bewegt…

Ein Portrait von Ernst Rose, SEKEM-Österreichs neuer Obmann

5 Unsere Kolumne aus Ägypten,

Studierende auf der Farm

6 Studentenaustausch

Heliopolis Universität

Kurznachrichten

 

 

1. Neuigkeiten aus der Internationalen Klasse

Von Andrea Cramer

Wie für alle Schülerinnen und Schüler auf aller Welt geht auch für die Internationale Klasse ein anstrengendes Schuljahr 2020/21 zu Ende. Gerade dieser Umstand ist in diesem Jahr für uns ein ganz spezieller Anlass zu feiern. Dem pädagogische Leitungsteam, bestehend aus Hannah Jordis, Birgit Schmerfeld, Ernst Rose und Heidrun Trenkler und allen Förderern und Förderinnen, die uns auch während der Krise unterstützt haben, möchten wir daher mit unserem Abschlussfest besonders danken.

Es findet am Freitag, den 9. Juli 2021 ab 11:30 im Festsaal der Freien Waldorfschule Graz St. Peter Hauptstraße 182, 8042 Graz statt.

Versäumen Sie nicht die Zeugnisüberreichung an unsere Schützlinge, Berichte und Präsentationen aus dem Unterricht sowie das wunderbare Buffet mit internationalen Köstlichkeiten – selbstverständlich alles unter Beachtung der geltenden Corona-Schutz-Bestimmungen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf unsere künstlerischen und praktischen Projekte finden Sie auf unserer Homepage.

Die Schüler der Internationalen Klasse der Freien Waldorfschule Graz spielen das selbst ersonnene Musikstück “Mondanaboschi – Sei nicht müde!”. Auf der Tafel im Hintergrund ist die Partitur des Stückes zu sehen. Es lohnt sich das Video der Uraufführung anzuschauen! Weitere Kurzvideos finden Sie auf unserer Facebookseite.

HELP!

Wie viele gemeinnützige Vereine kämpfte auch SEKEM-Österreich heuer pandemiebedingt mit einem Einbruch der Spendenaktivität. Ohne Sie alle wäre es nicht möglich gewesen, diese wertvolle und pädagogisch allseits anerkannte Initiative bis dato zumindest zu drei Viertel zu finanzieren. Die Abdeckung der Kosten für das restliche Schuljahr bis Ende August ist jedoch NICHT GESICHERT. Unsere Mittel neigen sich unweigerlich dem Ende zu.

Spenden sind daher dringend nötig. Bitte unterstützen Sie uns noch nach Ihren Kräften, falls es Ihnen möglich ist. Dafür gibt es neuerdings zwei Möglichkeiten:

Wie bisher steht Ihnen das

Spendenkonto des Vereins:
Bank für Kärnten und Steiermark,
IBAN: AT17 1700 0001 8100 0341,
BIC: BFKKAT2K

zur Verfügung.

Seit kurzem haben wir noch eine weitere Spendenmöglichkeit geschaffen: Sie können sowohl mit Kreditkarte als auch mit Direkt-Abbuchung von Ihrem Konto via Bankomat-Karte sofort online spenden.

Klicken Sie bitte dazu hier:

Internationale Klasse – SEKEM Oesterreich

Vielleicht können Sie auch in Ihrem Umfeld um Spenden werben – auch jede kleine Spende ist uns eine wichtige Hilfe und vor allem Ermutigung – DANKE!

Es gibt noch weitere kreative Möglichkeiten der Unterstützung. Nutzen Sie bei ONLINE-EINKÄUFEN auch unser Shopping-Portal zugunsten der INTERNATIONALEN KLASSE. Hier finden Sie ein sehr breites Angebot aus allen Branchen! Wenn möglichst viele unserer FB-FreundInnen ihre Online-Einkäufe über Shop2help Wir bekommen rund 10% von der Einkaufsumme ohne jegliche Mehrkosten für die EinkäuferInnen – bitte unbedingt nutzen!! Man kann auch über die Einstiegsseite unserer Website https://austria.sekem.com/ direkt das Shopping-Portal anklicken!

Und hier noch eine großartige Idee: ein Vereinsmitglied hat Vorträge bei der Anthroposophischen Kunsttherapieausbildung OG, AKTHA – https://www.aktha.at/, gehalten und AKTHA hat die dafür eingegangenen Spenden der INTERNATIONALEN KLASSE weitergegeben – DANKE!!!

Ihre Unterstützung kommt an!

2. Das Redaktionsteam stellt sich vor

Die Vereinsstruktur verändert sich und im Zuge dessen, hat das neu gegründete Redaktionsteam die Aufgabe von Hermann Becke übernommen, den Newsletter zu verfassen.

Das Redaktionsteam:

Andrea Cramer

Seit 2013 arbeite ich im Vorstand von SEKEM-Österreich als Schriftführerin. Ich bin Arbeitsrechtlerin und ausgebildete Mediatorin mit besonderem Interessenschwerpunkt auf interkulturelle Themen.

 

Lothar Fickert

„Tu was du kannst, mit dem was du hast, und dort wo du bist“ – diesem Leitspruch zufolge habe ich bereits 2009 ägyptische Sommerpraktikant*Innen an der TU Graz beim interkulturellen SEKEM-Jugendaustausch betreut. Bildung, Technik und Kultur: ich bin dabei!

 

Harald A. Friedl

Ich bin Jurist und Philosoph. Ich lehre Nachhaltigkeit und Ethik im Tourismus an der FH JOANNEUM in Bad Gleichenberg. Dem Leben in der Wüste bin ich seit meinen Afrika-Reisen Ende der 80er-Jahre verbunden. Für meine Dissertation über die Vertretbarkeit von Tourismus bei den Tuareg-Nomaden lebte und forschte ich in der Zentralsahara, wo ich bis 2013 nachhaltige Trekking-Reisen entwickelte und führte. Im Zuge einer Reise nach Kairo im Jänner 2018 besuchte ich das Sekem-Dorf und die Heliopolis-Universität. Meine Begeisterung für die Sekem-Philosophie sowie ein Studierenden-Austauschprogramm führte mich schließlich zu Sekem-Österreich.

 

Mariella Rose

Seit etwa 15 Jahren bin ich bereits Mitglied bei Sekem- Österreich. Das erste Mal war ich mit acht Jahren in Sekem und Ägypten hat mich seither nicht mehr losgelassen. Ich war nicht nur von Sekem fasziniert, sondern auch von der ägyptischen Geschichte. Ab dem ersten Tag als ich ägyptischen Boden betrat, entschloss ich mich eines Tages Archäologin zu werden. Das habe ich nun in die Tat umgesetzt und studiere Archäologie. Seit Herbst 2020 bin ich nun auch im Beirat von Sekem- Österreich und im Redaktionsteam des Newsletters.

 

Simon Rose

Ich war bereits drei Mal in Sekem und finde besonders die Landwirtschaft spannend die durch biologische Prozesse sogar Wüste wieder begrünen kann. Ich bilde mich seit vielen Jahren selbst in verschiedenen Computer Themen weiter und werde die technische Unterstützung für das Team übernehmen. Seit 2020 bin ich im Beirat von Sekem- Österreich.

 

Leandra Wagner

Vor ungefähr sechs Jahren habe ich Sekem zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen. Es hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Dies führte schlussendlich dazu, dass ich direkt nach meiner Matura erneut nach Ägypten aufgebrochen bin, um an der Heliopolis University for sustainable development zu studieren.  Seit 2020 bin ich wie meine Kolleginnen Mariella und Diandra dem Beirat beigetreten und Teil des Redaktionsteams geworden.

 

Diandra Wolfgang

Eine Reise im November 2019 nach Sekem brachte mich schlussendlich richtig zum Verein. Natürlich war mir durch die Freie Waldorfschule Graz, Sekem schon lange ein Begriff. Doch all das, was Sekem ausmacht selbst zu erfahren, war für mich Ausschlag gebend. Mich faszinieren die Menschen und die Gedanken und das Land und all das Leben, das durch Sekem geschaffen worden ist. So kommt es, dass ich seit 2020 im Beirat von Sekem-Österreich bin und seit kurzem auch im Redaktionsteam tätig sein darf.

 

3. Die neue Vereinsstruktur von SEKEM-Österreich

Von Andrea Cramer

Am 16. März 2021 wählte die Generalversammlung von SEKEM-Österreich einen neuen Vorstand für SEKEM-Österreich. Unser langjähriger Vorstandsvorsitzender, Dr. Hermann Becke, wurde nach langer verdienstvoller Zeit von Dr. Ernst Rose als Obmann abgelöst.

Die neuen Vorstandsmitglieder sind

Ernst Rose (Obmann)

Angelika Lütkenhorst (Stellvertretende Obfrau)

Gerhild Henögl (Kassiererin)

Andrea Cramer (Schriftführerin)

Auch die Struktur des Vereins hat sich verändert. Es gibt – statt bisher sechs – nunmehr nur mehr vier Vorstandsmitglieder. Dieser verkleinerte Vorstand wird jedoch durch einen zahlenmäßig auf maximal 24 Mitglieder aufgestockten Beirat verstärkt.

Nach einem partizipativen Prozess, den Hannes und Clemens PIBER professionell begleiteten, fand in einem Treffen von Vorstand und Beirat am 19. Mai 2021 eine Verteilung der Aufgaben, die auf uns zukommen bzw. die wir uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben, statt.

Im nächsten Newsletter werden wir detaillierter über die Aufgabenverteilung berichten.

Prinzipiell ist jeder/jede eingeladen, sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen. Die Fußstapfen, in die der neue Vorstand nach der Obmannschaft von Hermann Becke treten muss, sind riesig!

Bei Interesse bitte einfach melden!

4. Was den Beweger bewegt…

Ein Portrait von Ernst Rose, SEKEM-Österreichs neuer Obmann.

Von Harald A. Friedl

Ernst Rose mit Sohn Simon

 

Eine Reise nach Ägypten…

Am Anfang stand die Begegnung mit Ibrahim Abouleish. Im Jahr 2003 war der ägyptische Chemiker und Unternehmer für seine Entwicklungsinitiative SEKEM mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Von diesem Visionär der blühenden Wüste inspiriert, hatte damals Ernst Rose, ebenfalls Chemiker und Waldorf-Oberstufenlehrer, in einer Gruppe begeisterter Europäer eine Reise zu SEKEM nach Ägypten angetreten.

Diese Erfahrung der Wüste und ihrer existenziellen Symbolkraft berührte Ernst sehr. Denn bedeutet Wüste auch Leblosigkeit, so doch auch die Freiheit von fremden Ansprüchen, weshalb Wüste ein Raum voller Möglichkeiten für neue Entwicklungen sein kann.

Menschen sind mit dieser Vision in die Wüste gegangen, um dort neue Perspektiven zu entwickeln und dieses aufzubauen

Dieses Prinzip des Ausgangspunkts für eine Prozess, der „Lebensfeindliches in Lebensfreundliches verwandelt“ lernte Ernst Rose in Ägypten als Wesen von SEKEM zu verstehen: als eine Art „Kraftquelle, Akkupunktur-Punkt“. Nicht umsonst steht SEKEM als altägyptische Hieroglyphe für „sonnenhafte Lebenskraft“.

Zurück in Graz, bewog dieses Erlebnis Ernst Rose gemeinsam mit Wegbegleitern wie Elisabeth Gergely und Hermann Becke zur Gründung des Vereins „SEKEM Österreich“, mit Ernst Rose als ersten Obmann. Bei der Definition des Vereinszwecks wurde rasch klar, dass nicht allein die Hilfe für SEKEM in Ägypten im Fokus stehen könne, als vielmehr die Frage, wie dieser erfahrene SEKEM-Impuls in Österreich wirken und dabei mit Ägypten korrespondieren könne? Wie könne die Philosophie Ibrahim Abouleish‘ in die Wüste der westlichen Kultur gepflanzt werden?

 

Verknüpfung von Orient und Okzident

Elisabeth Gergely hatte in ihrem Text „Erziehung zur Freiheit – Erziehung zum Verbundensein“ ein Gedicht des indisch-muslimischen Lyrikers und Philosophen Mohamed Iqbal zitiert: „Im Westen ist des Lebens Grund Vernunft, Im Osten ist das Weltgeheimnis Liebe, Schließt Liebe sich zusammen mit Vernunft, Wird sie der Bildner einer neuen Welt.“ In eben dieser Synthese aus emotionaler Verbundenheit und strukturierender Rationalität scheint die fruchtbare Dynamik von SEKEM zu liegen, die Konkretes als etwas Lebendiges im Werden hervorbringt. Denn „alles, was gedacht werde, sei grundsätzlich gut, doch muss es erst physisch werden, um zu wirken und sich eben nicht mit dem philosophischen Diskurs zufrieden zu geben. “, wie Ernst Rose betont.

In diesem Sinne engagierte sich Ernst Rose für die Integration der SEKEM-Gedanken in die Waldorfschule in Graz, an der er seit 1991 als freier Oberstufenlehrer arbeitete. Dazu entwickelte er ein praxisnahes Schulprojekt, das zahlreiche Aspekte der konkreten Lebenspraxis, von Kostenkalkulation über Kundenorientierung bis zur Vermarktung, verknüpfte. Denn das gemeinsame Ziel der Waldorf-Pädagogik wie auch der Philosophie Ibrahim Abouleish‘ liegt in der Stärkung der Lebensbewältigungskompetenz junger Menschen, damit sie – mit all ihren individuellen Vorerfahrungen – werden, wer sie in dieser Welt sein können, um sich konstruktiv in die Gesellschaft einzubringen. Dieses Prinzip des Empowerments überträgt Ibrahim Abouleish auch auf Erwachsene und deren Organisationsformen. Entscheidend dabei sei das Vertrauen in die Selbstbestimmtheit des Menschen. Denn Entwicklung könne niemals erzwungen, nur gefördert werden. Darum müsse jedes Wesen seinen höchstpersönlichen Weg zu einer nachhaltigen Lebensweise finden.

 

Von der Vision zur internationalen Klasse

Mit diesem Ziel vor Augen folgten für Ernst Rose wesentliche Stationen wie die Gründung der Firma „Oase Buch & Spezerei“ im Jahr 2006, das Engagement um interreligiösen Dialog, die Ausbildung in goetheanistischer Wissenschaft an der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach (Schweiz) – und schließlich die Visionsklausur von SEKEM im Jahr 2014. Dort plädierte der Waldorf-Pädagoge und SEKEM-Beiratsmitglied Volker Mastalier für Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund… und schon 2015 eröffnete sich mit der Flüchtlingswelle die Chance auf Umsetzung. So entwickelten sich die anfängliche „Freizeitbeschäftigung“ der Sprachkurse in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutsch-Feistritz, vermittelt durch Hermann Becke, bald zur „internationalen Klasse“ – und damit zur Hauptaktivität des Vereins. Für Ernst Rose war mit diesem Projekt der ideelle SEKEM-Impuls in Österreich erstmals zur „Physis“ geworden.

Die Jahre der „Internationalen Klasse“ hatte Hermann Becke als Obmann mit großem Erfolg begleitet. Mit dem Verlauf der CoVid-Krise stellten sich jedoch große neue Herausforderungen. Die Klasse musste auf Distance-Learning umgestellt werden, und durch die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen versiegten auch wichtige Spendeneinnahmen. Darüber hinaus bewogen Lebensalter und die Gesundheit Hermann Becke zur Übergabe des Vereinsruders. Und wie so oft fand sich nur einer, der bereit war diese große Verantwortung aktiv zu übernehmen: Ernst Rose…

 

Von der CoVid-Krise in eine nachhaltige Zukunft?

Als Obmann versteht sich der Waldorfpädagoge, Literat und Vater dreier erwachsener Kinder als Koordinator eines Teams, das gemeinsam neue Herausforderungen bewältigt. Neben der Neugestaltung der Orient-Okzident-Projekte wie der Internationalen Klasse will Ernst Rose besonders jungen Menschen aus Österreich die Begegnung mit SEKEM in Ägypten ermöglichen, und damit die Erfahrung, wie „praktische Mithilfe das Leben vor Ort enorm positiv beeinflussen“ könne. Es gehe um eine Stärkung des Jugendsegments durch mehr praktische SEKEM-Initiativen in Österreich, um über Vernetzungseffekte Ibrahim Abouleish‘ Vision zu materialisieren. „Wenn uns das nicht gelingt…“, so Ernst Rose selbstkritisch, der sich bislang im Verein um die Aufbereitung relevanter spiritueller und gesellschaftlicher Themen engagiert hatte, „…droht SEKEM Österreich zum Förder- und Diskutierclub zu verkümmern.”

Am Anfang stand der Impuls einer Vision. Heute setzen dann Visionen neue Energie frei: die auf der Schärfung von Bewusstsein und Sinnen als Voraussetzung beruhen. Die so zur inneren Öffnung gegenüber der Welt führen, um ihr zu begegnen, sich mit ihr auseinanderzusetzen, um aus diesem „Begegnungsgeschehen“ neues zu entwickeln. Analog zu den SEKEM-Morgenkreisen könne daraus, so Ernst Rose, eine „Art geistvolle Innovationskultur“ entstehen: aus so gewonnen Ideen und konkretem Schaffen erwachsen neue, vielfältige, experimentelle und darum auch resiliente Räume mit Sinn-Hoffnung. „Ich will in den jungen Menschen die Sehnsucht nach Eigeninitiative erwecken – nach der Freiheit die Welt konstruktiv mitzugestalten, Entwicklungen anstoßen, auch wenn das Ende noch nicht absehbar sein kann.“

 

5. Unsere Kolumne aus Ägypten,

Studierende auf der Farm

Von Leandra Wagner

Im Rahmen des „Community based Learning“ werden immer wieder Studierende aus allen Fakultäten der Heliopolis Universität nach SEKEM geschickt, um dort ihre Fähigkeiten zu erproben und ihren Horizont zu erweitern. Die Kooperation zwischen SEKEMs Farmen und der Universität bietet wunderbare Möglichkeiten, voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen, und davon möchte ich euch gerne ein bisschen erzählen.

Erst vor wenigen Wochen sind einige meiner Kurskollegen aus der Business-Faculty und ich zur SEKEM Mutterfarm in Belbeis aufgebrochen, um dort mit den Schülern der Berufsschule in Kontakt zu treten. Für drei Tage waren wir in SEKEM zu Gast und haben ihnen dabei geholfen, ihre eigenen Business-Ideen näher an die Realität zu bringen. Die Projekte waren simple, aber effiziente Ideen, wie beispielsweise die einer Firma, die aus Stoffresten bequeme Matratzen herstellt. Wir Studierende haben hier und da Feedback gegeben, unser Wissen eingebracht und bestmöglich dabei geholfen, den motivierten Schüler*innen hilfreiche Tipps gegeben, auf dass sie ihre Modelle irgendwann in die Realität umsetzen zu können. Natürlich beruht der Lernprozess auf Gegenseitigkeit: Für uns war es eine perfekte Gelegenheit, die in den Vorlesungen gelernten Theorien in die Praxis umzusetzen. Es war schön zu sehen, wie motiviert die Schüler ans Werk gingen, und wie wichtig ihnen unsere Meinung war.

Eine andere Gruppe von Studierende ist nach El-Wahat aufgebrochen, um sich das Management auf der Farm dort anzusehen. Viele von ihnen waren überrascht, wie weit die Begrünung der Wüste bereits vorangeschritten ist, und auch die Anzahl der Arbeiter dort wird zunehmend mehr. Die Studierende haben sich mit den Arbeitern der Farm ausgetauscht und sind der Community dort ein gutes Stück näher gekommen. Auch hier haben sich die Theorien in die Praxis umsetzen lassen, und die Rückmeldungen waren durchwegs positiver Natur. Immer mehr Menschen kommen mit innovativen Einfällen und guten Intentionen an die Farm, was selbstverständlich für alle Beteiligten eine Bereicherung ist.

Es freut mich zu sehen, dass den Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, aus ihrem Alltag heraus zu kommen und an der Realität ihr Wissen zu erproben. Schließlich lernt der Mensch nie aus! Immer wieder werde ich Zeuge, wie meine anfangs skeptischen Kollegen sich dann doch sehr darüber freuen, die Chance ergriffen zu haben und etwas Neues zu wagen. Es ist ihnen vielleicht nicht bewusst, aber sie lernen um einiges mehr von diesen Ausflügen, als nur eine praktische Anwendung ihrer Studiengänge… Allerdings müssen sie es vielleicht auch nicht wissen. Solange der Entwicklungsprozess stattfindet, haben alle was davon – am meisten sie selbst.

 

6. Studentenaustausch

Heliopolis Universität

Von Lothar Fickert und Hermann Becke

Die Geschichte des interkulturellen Studentenaustausches zwischen Studentinnen und Studenten der Heliopolis Universität und österreichischen Partnern (Initiativen, Universitätsinstituten, Landwirtschaftsbetriebe in Niederösterreich und Steiermark) hat eine nunmehr 7-jährige Geschichte: Sie begann im Jahre 2014 im Rahmens eines Treffens von Prof. Dr. Ibrahim Abouleish und dem Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, der Sommerpraktika von Studierenden der Heliopolis-Universität an der TU Graz finanziell unterstützt. Diese Projekte wurden in der Folge erfolgreich fortgesetzt.

Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang unserem langjährigen Vereinsvorstand, Herrn Dr. Hermann Becke, dem unter anderem die Zusage der Stadt Graz zu verdanken ist, für jeweils vier Wochen die Quartierkosten für zwei Gaststudenten an der Technischen Universität Graz zu übernehmen, und der auch die organisatorische Abwicklung übernommen hatte. Außerdem hat Dr. Becke neben der Vermittlung von fachlich kompetenten Ausbildungspartnern im Sinne des interkulturellen Austauschs unter anderem für die Gaststudenten im Sinne eines vertieften Kulturverständnisses Konzert- und Museumsbesuche organisiert.

Coronabedingt, musste leider im letzten Jahr der Austausch entfallen. Aber für die Monate August/September sind wir guter Dinge, wieder zwei Studenten der Heliopolis Universität in Graz für eine Dauer von vier Wochen begrüßen zu dürfen, die an unserer Technischen Universität ihre Ausbildung auf dem Gebiet der Elektrotechnik und Informationstechnik vertiefen werden.

Wer mehr wissen will: Link

WER HAT INTERSSE AN EINEM INTERKULTURELLEN AUSTAUSCH?

Wer beim Lesen dieser Zeilen Lust bekommen hat, einen Nachmittag im Sinne des interkulturellen Austauschs mit dem einen oder anderen Studenten zu verbringen, kann sich gerne an Lothar Fickert wenden: lothar.fickert@tu-graz.at

 

KURZNACHRICHTEN – SHORTCUTS

Beiratsmitglied Mag. Lukas PRIEBSCH hielt am 27. Mai 2021 am Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung an der Karl-Franzens-Universität Graz im Rahmen der Vorlesungsreihe CHANGE MANAGEMENT and LEARNING for SUSTAINABILITY einen englischen Gastvortrag HOW TO KEEP A NON-PROFIT ORGANIZATION LIVING AND ACTIVE. Er konnte die Grundanliegen der SEKEM Group und von Sekem Oesterreich vermitteln und unsere Visionsarbeit darstellen.

                                                                                                                                                                                          

ALLES IST WECHSELWIRKUNG – das formulierte vor über 200 Jahren Alexander von Humboldt, ein Pionier des ökologischen Denkens. Und das gilt heute besonders für das ganzheitliche Wirken von SEKEM. Dazu folgende eben wahr gewordene wundersame Geschichte:

Ein Wiener Geschäftsmann beteiligt sich mit einem Darlehen an SEKEMs großartigem Wüstenbegrünungsprojekt GREENING THE DESERT – https://pivot.sekem.com/. Dafür erhält er Gutscheine für den SEKEM Shop . Diese Gutscheine schenkt er Sekem Oesterreich für das Projekt der Internationalen Klasse.

                                                                                                                                                                                            

INTERNATIONALE KLASSE – SO GEHT SCHULE IN DER PANDEMIE! Unter diesem Titel ist ein sehr lebendig geschriebener Beitrag einer Klassenlehrerin online gegangen: Link Bitte unbedingt lesen, weitergeben und aktiv werden, damit der Bestand der Internationalen Klasse 2020/21 gesichert werden kann – DANKE!!

                                                                                                                                                                                            

Am 30. April und am 1. Mai, 9 bis 16 Uhr wirkte Helmy ABOULEISH als Referent bei der Online-Konferenz „Geldgipfel 2021 – Respekt oder Rendite“ mit.

Hier ist der Link zum Gipfel: Link

Den interessanten Artikel „Auf dem Weg zur Finanzwende“ von Valeska STACH haben wir Ihnen unter Link verlinkt.

                                                                                                                                                                                           

Am 20.04. traf sich Helmy Abouleish digital mit Tim Janßen, geschäftsführendem Vorstand der Cradle to Cradle NGO, um sich über Cradle to Cradle in der Landwirtschaft und darüber, wie sich wirtschaftlicher Erfolg, soziales Unternehmertum und Klima- und Umweltschutz vereinbaren lassen, zu unterhalten. Das Gespräch konnte im Livestream verfolgt werden.

Alle Infos und Zugangs-Links findet ihr hier: Link

                                                                                                                                                                                            

Im März gab es an der Karl-Franzens-Universität Graz in der Ringvorlesung “Afrika! Jenseits von Klischees und Stereotypen” einen Vortrag über SEKEM und am 22. März hielt Hermann BECKE einen Vortrag bei Rotary samt Diskussion über SEKEM, aber auch über das Projekt der Internationalen Klasse. Wir sind immer auf Interesse gestoßen – danke!

                                                                                                                                                                                            

Unter Link kann der aktuelle SEKEM Report 2020 aufgerufen werden. Viel Spaß beim Schmöckern!

                                                                                                                                                                                            

WAHAT – IMMER MEHR KULTUR IN DER WÜSTE! Hier ein eindrucksvoller Artikel von SEKEM über die wichtige Kulturarbeit: Link ! Und augenzwinkernd fügen wir an, dass SEKEM-Österreich schon vor über sechs Jahren in Wahat einen kulturellen Samen gelegt hatte!

                                                                                                                                                                                            

HELIOPOLIS UNIVERSITÄT – BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG: Hier fand sehr informatives Web-Seminar über das Core Program, aber auch über die allgemeine Bildungssituation in Ägypten verbunden mit positiven Ausblicken auf Community-Based Learning – siehe als Beispiel: https://www.sekem.com/…/neue-familien-und-eine-schule…/ DANKE an die Sekem Freunde Deutschland für die Organisation und an die Präsentatorinnen Mona Abouleish, Naela Refaat, Dorothea Walter, Martina Dinkel, Regina Hanel und Yvonne Floride. Immerhin stellte Sekem Oesterreich ein Fünftel der interessierten TeilnehmerInnen (und da war die in Graz geborene Mona Abouleish gar nicht mitgezählt!) Weiterführender Link zum Core Program: Link

                                                                                                                                                                                            

Ein weiteres Online-Seminar von SEKEM “INTEGRATIVE HEALTH, NUTRITION & LIFESTYLE COACHING” mit TeilnehmerInnen aus Ägypten, Deutschland, den Niederlanden, Italien und auch aus Österreich wartete mit einer besonderen Neuheit auf: SEKEM hat Mitte Februar den Dienst ECO-HEALTH für die Förderung von integrativer Gesundheit gegründet, der die bisherigen Krankenversicherungen der SEKEM-MitarbeiterInnen sowie der Heliopolis Universität ersetzen wird. Eco-health ist mehr als eine traditionelle Krankenversicherung, die die medizinischen Kosten abdeckt: Es ist ein innovativer Service, der sich auf die langfristige Erhaltung von Gesundheit konzentriert und Krankheiten durch Beratung und Förderungsprogramme vorbeugen will. Zu diesen Diensten zählen etwa die individuelle Betreuung der Mitglieder, Selbstpflegepraktiken, Anleitungen zur Stressreduzierung oder Bewegungs- und Ernährungsberatung. Derzeit sind bereits rund 4200 MitarbeiterInnen mit ihren Familien in diesem nicht gewinnorientierten Versicherungssystem!! Nähere Infos: Link DANKE an SEKEM Group für diese vorbildlichen Aktivitäten!

                                                                                                                                                                                            

Zum WELTGESUNDHEITSTAG am 7. April 2021! Die SEKEM-Freunde Deutschland machten aus diesem Anlass unter dem Motto “Bringen Sie mit uns Gesundheit dorthin, wo sie am meisten gebraucht wird!” auf ein wichtiges Projekt aufmerksam: “In den 13 Dörfern, die rund um die SEKEM Mutterfarm gelegen sind, organisiert das Medical Center medizinische Konvois, um immobile PatientInnen zu untersuchen und deren Hilfsbedarf zu ermitteln.

                                                                                                                                             

Einen schönen Sommer!

Euer/Ihr Redaktionsteam von SEKEM-Österreich