Aussendung März 2021 – Internationale Klasse im Wintersemester im Corona-Lockdown, Neues aus SEKEM, Aus dem Verein

Newsletter Nr. 54
März 2021
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    Die deutschen SEKEM-Freunde wählen für ihren aktuellen Spendenaufruf das Motto

Kunst und Bildung in den Weiten der Wüste

– und dieses Motto passt ideal zu unseren eigenen Bemühungen und Berichten!

Die Themen dieses Newsletters:

Die Internationale Klasse im Wintersemester im Corona-Lockdown

Weiterführung bis Ostern finanziell gesichert – wie geht es weiter??

 Neues aus SEKEM

Ausbau von Wahat-Bahariyya – Fundraising  gemeinsam mit den europäischen SEKEM-Vereinen – Webinare

Aus dem Verein:

Neuausrichtung der Vereinsarbeit – Virtuelle Generalversammlung

 

Die Internationale Klasse – Wintersemester im Corona-Lockdown:

In der Einleitung zu unserem kürzlich online gegangenen und allen sehr zur Lektüre empfohlenen  Jahresbericht 2020 schrieben wir u.a.:

“Und so wie SEKEM in Ägypten weiterhin Wüstenland fruchtbar macht, so bemühen wir uns, hier in Österreich weiterhin Bildungswüsten zu begrünen: Unsere seit 2016 bestehende Internationale Klasse hat da schon sehr erfreuliche Bildungs- und Integrationserfolge zu verzeichnen”. Im Wintersemester 2020/21 ist tatsächlich die “Bildungswüste” für unsere Internationale Klasse neuerlich schmerzhaft spürbar geworden: Ein Großteil des Semesters konnte corona-bedingt nur im sogenannten Distance-Learning unterrichtet werden – allerdings haben die SchülerInnen weder die nötigen Gerät noch in ihren Quartieren die unerlässliche Netzinfrastruktur! Die Lehrerinnen der Internationalen Klasse haben mit großem Einsatz und phantasievollen Ideen versucht, diese sehr schwierige Situation zu meistern. Ihnen verdanken wir einen eindrucksvollen Bericht, den Sie hier auf unserer Homepage finden. Zusammenfassung: “Aber ohne die persönliche Begegnung mit den Lehrerinnen und deren Ermutigung und Unterstützung ist für viele Schüler die Hürde einfach zu groß und so ersehnen alle das Ende des Lockdowns herbei und hoffen, sich bald wieder in dem nun in einem freundlichen Gelb leuchtenden Klassenzimmer (von den beiden Klassenlehrerinnen eigenhändig ausgemalt – siehe das Titelfoto – danke!!) wiederzusehen.” Natürlich fehlten auch schmerzlich die künstlerischen und praktischen Fächer, die für einen ganzheitlichen und die Integration fördernden Unterricht von entscheidender Wichtigkeit sind.

Im eben begonnenen Sommersemester wird mit geteiltem Präsenzunterricht (natürlich bei regelmäßigen Corona-Tests) versucht einiges nachzuholen. Allerdings berichteten die beiden Klassenlehrerinnen zu Beginn des Sommersemesters, dass vieles an Kenntnissen in Vergessenheit geraten ist. Der wochenlange Lockdown hat die SchülerInnen aus der Bahn geworfen und hat wirklich geschadet! Wir hoffen sehr, dass im geteilten Gruppenunterricht bis zum Ende des Schuljahres wieder deutliche Fortschritte gemacht werden und einige Projekte im künstlerisch-praktischen Unterricht realisiert werden können.Die Internationale Klasse besteht nach wie vor aus 24 Burschen aus Afghanistan, Bangladesch, Pakistan, Irak und Somalia sowie einem Mädchen aus dem Iran.

Die wirtschaftliche Situation der Internationalen Klasse ist noch immer sehr angespannt, aber es gibt auch Erfreuliches zuberichten:

Viele unseres Umkreises haben unsere vorweihnachtlichen Spendenaufrufe beherzigt – DANKE!! Derzeit ist mit diesen Spenden der Schulbetrieb bis etwa Ende April gesichert. Auch die Öffentlichkeit hat ein Zeichen gesetzt: wir wussten, dass die Klubs der polotoschen Parteine im Steiermärkischen Landtag über Mittel für soziale Notfälle verfügen – und so baten wir im Dezember und Jänner alle sechs Landtagsklubs um eine Spende. Vier der Klubs haben prompt reagiert insgesamt € 1.100,– gespendet. Dafür danken wir den Landtagsklubs von ÖVP, SPÖ, GRÜNE und Kommunisten sehr! Die anderen beiden Klubs haben auf unser Ansuchen nicht reagiert.

Auch die Stadt Graz hilft uns: Ende September hatten wir ein sehr konstruktives Gespräch mit Kulturstadtrat Dr. Günter Riegler, der anregte, einen Förderantrag aus dem Titel Interkultur und Volkskultur zu stellen. Wenige Tage vor Erscheinen dieses Newsletters haben wir die endgültige Zusage erhalten, dass wir für Interkulturelle Projekte in Kunst und Handwerk der Internationalen Klasse von SEKEM-Österreich einen Förderbetrag von € 3000,– erhalten werden. Das wird uns entscheidend helfen, zumindest einige der Kunst-und Handwerksprojekte umzusetzen, die bisher corona-bedingt nicht stattfinden konnten – DANKE!!

Wir bleiben optimistisch, dass wir mit weiteren Spenden den Schulbetrieb bis zum Ende des Schuljahres sichern werden können, wobei natürlich die fixen Gehaltskosten auch in den Ferien weiterlaufen, sodass wir herzlich um Ihre Hilfe  und um Spenden ersuchen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Spendenkonto des Vereins: Bank für Kärnten und Steiermark,
IBAN: AT17 1700 0001 8100 0341, BIC: BFKKAT2K

Seit kurzem haben wir noch  eine weitere Spendenmöglichkeit geschaffen: Sie können sowohl mit Kreditkarte als auch mit Direkt-Abbuchung von Ihrem Konto via Bankomat-Karte sofort online spenden – verwenden Sie bitte dafür diesen Link  – DANKE!!

Wir freuen uns besonders, auch Positives über ehemalige Schüler der Internationalen Klasse berichten zu können! Eine unserer Patenfamilien schrieb uns: Qais hat´s geschafft: Er hat heute von der Stmk. Landesregierung die Zuerkennung des Daueraufenthaltsrechts einschließlich neuer ID-Karte erhalten. Und unmittelbar vor Weihnachten schrieb uns der ehemalige Schüler Ghazi: Shafat und ich haben einen positiven Bescheid bekommen. Wir dürfen in Österreich bleiben und eine Lehre beginnen oder etwas arbeiten. Ghazi bedankte sich auch ausdrücklich dafür, dass viele Menschen gespendet und so die Internationale Klasse ermöglicht haben. Wiederum wurde also bei drei Absolventen der Internationalen Klasse eines unser wesentlichsten Ziele erreicht: Sie haben sich in ihrer neuen Heimat integriert, haben einen Pflichtschulabschluss und können hier bleiben! Das wurde von den staatlichen Behörden anerkannt, wobei der Besuch der Internationalen Klasse ein wesentliches Argument für ihre Integrationsfähigkeit  und damit für die positiven Bescheide war.

 

Neues aus SEKEM:

In dem rund 500 km südwestlich von SEKEM gelegenen Wüstengebiet Bahariyya vollbringt SEKEM mit seiner Oase Wahat seit einigen Jahren ein zweites “Wunder in der Wüste” –  hier ein aktueller Bericht. Dort geschieht genau das, was Ibrahim Abouleish zu Beginn von SEKEM begonnen hatte: Kunst und Bildung in den Weiten der Wüste. Wir zitieren dazu aus dem eingangs erwähnten Spendenaufruf der deutschen SEKEM-Freunde:

Seit der Gründung 1977 haben Kunst und Kultur in SEKEM einen ebensolchen Stellenwert wie etwa die Entwicklung von Umwelt und Wirtschaft. Sinnbildlich dafür stehen die ersten beiden Anschaffungen, die SEKEM-Gründer Ibrahim Abouleish tätigte: er kaufte einen Traktor, um das Land zu bestellen, und gleich darauf ein Klavier für die Menschenbildung. Heute fasst SEKEM die kulturellen Aktivitäten zur Persönlichkeitsentwicklung unter dem sogenannten „Core Program“ zusammen. Das „Core Program“ umfasst Angebote wie Musik, Theater, bildende Kunst, aber auch soziale Formate und die Beschäftigung mit gesellschaftlich relevanten Themen. Nachdem in den vergangenen 40 Jahren etliche Menschen in SEKEM von dem „Core Program“ profitiert haben und unterschiedlichste Formate erprobt wurden, soll der Ansatz nun weiter geteilt und verbreitet werden. Auf der neuen Wüstenfarm in Wahat El-Bahariyya, rund 500 Kilometer südwestlich von Kairo, werden nicht nur viele Hektar Wüste begrünt, sondern auch Menschen bei ihrer Potentialentfaltung unterstützt. Wie einst Traktor und Klavier sorgen heute Solar-Bewässerungsanlagen und SEKEM-Coaches für Begrünung und Kultur in der Wüste. Regelmäßig soll den Farm-Mitarbeitenden die Möglichkeit zur kreativen Betätigung und künstlerischen Entfaltung geboten werden. Sie sind auch von der Wirkung überzeugt, die Bildung, Kunst und Kultur auf die ganzheitliche Entwicklung von Menschen und eine nachhaltige Gesellschaft haben? Gemeinsam mit Ihnen können wir das symbolische Klavier auch auf die Wüstenfarm in Wahat bringen. Seien Sie dabei und unterstützen Sie die Landwirte und ihre Familien in der Wüste mit Ihrer Spende! Nur durch die Investition in Menschen kann nachhaltige Entwicklung entstehen.

SEKEM, die deutschen SEKEM-Freunde und unser Verein koordinieren sich und  arbeiten beim Spendensammeln eng zusammen. Es gibt nun auf den drei Homepages einen roten Spendenbutton „Jetzt spenden“. Bei uns gibt es da zwei Online-Spendenmöglichkeiten:  Ganz im Sinne unserer Vereinsziele unterstützen wir sowohl SEKEM in Ägypten als auch unsere Projekte in Österreich. Die Spenderinnen und Spender können wählen zwischen den beiden Projekten Bildung in der Wüste und Internationale Klasse. Es wäre wunderbar, wenn sich möglichst viele von Ihnen beteiligen – im Idealfall mit (durchaus auch kleinen) Spenden für beide aktuellen Projekte. Bitte nutzen Sie unbedingt diesen Link  – DANKE! Natürlich sind alle Spenden auch auf diesem Wege steuerlich absetzbar.

SEKEMs Web-Treffen zu speziellen Themen gingen und gehen auch 2021 weiter. So gab es im Februar ein Treffen über die bisherige Umsetzung der SEKEM-Vision 2057  und speziell für die SEKEM-Youth-Community ein Webinar mit deutschen Gaststudentinnen zum Thema Biodiversität in Wahat. Die  nächsten Treffen werden am 9. März zum Thema Core Program  und am 20. April (Thema noch nicht endgültig fixiert) stattfinden. Bitte merken Sie sich die Termine vor – sie vermitteln einen unmittelbaren Einblick in SEKEMs Arbeit und ermöglichen Fragen und Diskussion. Die links zu diesen Webinaren erhalten wir immer nur ganz knapp vor dem jeweiligen Termin – wir bemühen uns dann, den jeweiligen link rasch an unsere Mitglieder weiterzugeben.

 

Wichtiges aus dem Verein:

Wie schon mehrfach berichtet arbeiteten wir seit vorigem Sommer intensiv an der zukünftigen Ausrichtung der Vereinsarbeit. Da geht es einerseits um die Sichtung und Gliederung alter und neuer Vereinsaufgaben und andererseits auch um eine personelle Neuaufstellung und Verjüngung. Diese Vorarbeiten bauten auf den Ergebnissen unserer Visionsklausur  Mit der Kraft der Zukunft gestalten vom 9./10.Oktober 2020 auf und sind nun durch die Arbeit von Steuerungsgruppe und Vorstand zu einem guten Abschluss gekommen. Zitat aus dem letzten Vorstandsprotokoll vom 17. Februar: Ein auf vier Personen verkleinerter Vorstand wird in Zukunft durch einen aktiveren vergrößerten Beirat (max. 24 Personen) unterstützt.

Der nächste Schritt ist nun die statutengemäß vorgesehene Generalversammlung, der alle fertig ausgearbeiteten Vorschläge zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt werden. Corona-bedingt muss leider die Generalversammlung diesmal virtuell stattfinden. Diese virtuelle Generalversammlung wird am Dienstag, 16. März 2021 stattfinden. Die formelle Einladung mit allen Unterlagen wird in diesen Tagen an alle  Vereinsmitglieder ausgeschickt.

Zu unserem großen Bedauern ist es diesmal wegen der geltenden Pandemie-Vorschriften nicht möglich, die Generalversammlung mit einer öffentlichen Vortragsveranstaltung zu verbinden. Seit der Vereinsgründung im Jahre 2004 (also seit 17 Jahren!) waren jedes Jahr Ibrahim und nach dessen Tod Helmy Abouleish Gäste unserer Generalversammlung und wir konnten Ihnen auch ein künstlerisches Programm bieten. Allen ist klar, wie schmerzlich dies uns diesmal fehlen wird!

Aber wir wollen das mit einer gesonderten großen Vortragsveranstaltung nachholen, sobald dies die Rechtslage wieder zulässt! Natürlich werden Sie alle dann davon rechtzeitig verständigt und dazu eingeladen werden, sobald uns eine konkrete Planung  möglich sein wird.

Bleiben Sie uns verbunden – gerade in diesen schwierigen Zeiten brauchen wir Ihre (ideelle und materielle) Hilfe besonders – danke!